27. April 2016 Sabine Zimmermann, MdB Stellvertretende Vorsitzende und arbeitsmarktpolitische S

1. Mai: Tag der Arbeit oder der Gartenarbeit?

Vor dieser Frage werden wie in jedem Jahr viele Menschen stehen. Wie verbringe ich diesen freien Tag? Regelmäßig einige hunderttausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den gewerkschaftlichen 1. Mai-Veranstaltungen haben dies für sich klar entschieden.

An keinem anderen Tag wird es den Bürgerinnen und Bürgern so einfach gemacht, ein Statement für gute Arbeit, soziale Sicherheit und auskömmliche Renten, für die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung abzugeben. Allein über 400 Veranstaltungen des DGB bundesweit ermöglichen es, ohne lange Anreise, auch relativ spontan, in der Nähe des eigenen Wohnortes am 1. Mai teil zu haben.

Dieses Element, gleichzeitig und flächendeckend, nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern der Welt, auf Missstände und eigene Forderungen hinweisen zu können, zeichnet den 1. Mai aus.

Dass man dies, unbehelligt und an einem offiziellen Feiertag, einmal tun könnte, davon konnten die Vordenker eines Feiertages der Arbeiterinnen und Arbeiter oder eines „Moving Days“ wie in den USA nur träumen, war der 1. Mai doch in seiner Entstehungszeit von Repression und blutigen Auseinandersetzungen geprägt.

Der 1. Mai ist kein x-beliebiger freier Tag, sondern ist Ausdruck sozialer und politischer Rechte. Ich plädiere dafür, dieses denn auch heute als Chance zu begreifen und nicht leichtfertig als altmodisches Ritual einer Minderheit abzutun. Schon zu Zeiten der Weimarer Republik argumentierten die bürgerlichen Parteien, dass der Feiertag einer einzigen gesellschaftlichen Gruppe nicht allgemein verbindlich für die ganze Gesellschaft sein könnte.

Lasst uns gemeinsam auch zum diesjährigen 1. Mai zeigen, dass sich die Konservativen damals schon irrten und heute umso mehr. Die Veranstaltungen zum 1. Mai repräsentieren die Mehrheit der Bevölkerung. Geben wir nicht den Anlass, dies in Frage zu stellen.

Lasst uns am 1. Mai für gute Arbeit, soziale Sicherheit und eine offene und tolerante Gesellschaft demonstrieren.

Kategorien: Crimmitschau, Glauchau, Hohenstein-Ernstthal, Junge Linke Zwickau, Lichtenstein, Limbach-Oberfrohna, Meerane, Oberland, Oberlungwitz, Werdau

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