11. November 2014 Simone Hock

9. November – ein Tag mit besonderer Bedeutung

Foto: Simone Hock

 

Der 9. November ist in mehrfacher Hinsicht ein Tag mit historischer Bedeutung. So läutete an diesem Tag die Erschießung Robert Blums im Jahre 1848 das Ende der Märzrevolution in den Staaten des Deutschen Bundes ein. 1918 riefen  gleichzeitig der Sozialdemokrat Philipp Scheidemantel die Deutsche Republik und Karl Liebknecht die Deutsche Räterepublik aus. 1923 fiel der Hitler-Ludendorf-Putsch in München auf eben diesen Tag. Wesentlich bekannter als die bereits genannten ist die Reichspogromnacht 1938, derer wir alljährlich gedenken. Doch auch diese rückte in diesem Jahr in den Hintergrund angesichts des 25. Jahrestages der Maueröffnung. Nun will ich gar nicht darüber befinden, welcher der beiden Letztgenannten größere Bedeutung hat oder ob es den einen ohne den anderen vielleicht gar nicht gegeben hätte. Ich persönlich halte beide Ereignisse für gleich bedeutend, sind sie doch Erinnerung und Mahnung zugleich. Allerdings finde ich es schon bedenklich, dass im Jubeltaumel des 25. Jahrestages der Maueröffnung, was ich gar nicht klein reden will, das Gedenken an die Reichpogromnacht 1938 fast völlig unterging. Bedenklich deshalb, weil rassistische und antisemitische Übergriffe und Demonstrationen längst wieder alltäglich sind und ihre Opfer fordern.  In dem Zusammenhang halte ich es auch für ziemlich bedenklich, dass Abgeordnete unserer Bundestagsfraktion just für den 9. November eine Veranstaltung mit Journalisten planten, die nachweislich Israel mit Nazideutschland gleichsetzen. Ein solcher Vergleich verbietet sich in meinen Augen, weil er eine Verharmlosung der Verbrechen des NS-Regimes bedeutet. Ich bin froh, dass diese Veranstaltung durch Gregor Gysi abgesagt wurde. Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack.

Umso wichtiger ist es, die Reichspogromnacht als Beginn des beispiellosen Vernichtungsfeldzugs gegen Jüdinnen und Juden in Erinnerung zu behalten und der 6 Millionen Opfer zu gedenken. So kamen in Zwickau OB Pia Findeiß und etwa 50 Bürgerinnen und Bürger auf dem Jüdischen Friedhof zu einer Feierstunde zusammen. Zweite Station an diesem Tag war der Georgenplatz, wo sich zur NS-Zeit die Polizeizentrale befand. An der Gedenktafel legten OB Pia Findeiß, MdB Sabine Zimmermann sowie weitere Bürgerinnen und Bürger Blumengebinde nieder. Unter den etwa 80 Anwesenden waren Vertreter der LINKEN, SPD und CDU sowie der Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit sowie der VVN-BdA sowie weitere Bürgerinnen und Bürger.

Kategorien: Zwickau

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