21. September 2015 Christine Winkler, HOT

„Altersbilder, so differenziert wie das Leben“

Foto: Marina Salzwedel

So das Motto der Landesseniorenkonferenz der Fraktion DIE LINKE  am 14.9. in Dresden.      

Susanne Schaper, Sprecherin für Sozialpolitik im Landtag,  erzählte in der Podiumsdiskussion aus ihrer Kindheit; Oma und Opa habe sie immer nur als alt empfunden, aber dafür stets lieb und fürsorglich, jederzeit da für die Enkelin.

Ist das heute anders? Kaum, aber die Lebensweisen haben sich verändert.

Heidemarie Lüth sprach von einem humanistischen Altersbild:

Alte Menschen sollten ähnlich differenziert behandelt werden wie die unterschiedlichsten Kindercharaktere in der Kita.

Dr. Dieter Pellmann gab seinem Unmut Ausdruck, weil Statistiken z.B. zur Altersarmut nicht der Wahrheit entsprechen; nach dem bundesdeutschen Mittelwert ist sie in Sachsen noch nicht groß, ebenso verhält es sich angeblich mit dem Pflegenotstand.

Aber die Sozialbestattungen nehmen kontinuierlich zu; die Anzahl der arbeitenden Rentner bzw. Minijobber hat sich seit 20003 verdoppelt; von den 50-65 Jährigen gelten 21% als arm.

Elke Pohl aus Leipzig vom PARITÄTISCHEN fragte „Was erwarten wir vom Alter?“

Wollt ihr gesund bleiben, nicht allein leben, selbstbestimmend leben, sinnvollen Tätigkeiten nachgehen, der Familie nicht zur Last fallen? Und stellte abschließend fest:

Es ist nicht möglich, allgemein gültige Regel aufzustellen, es ist auch nicht nötig.

Hoch interessant waren die Beispiele von Claudia Bähr, der Referentin der Bundestags-fraktion, zum 6.Altenbericht der Bundesregierung:

Die jüngeren Generationen werden über 70, d.h. man muss die Vielfalt und Potentiale des Alters nutzen, es bleiben viele Jahre ungenutzt, demzufolge sind die Altersbilder gestaltbar: z.B. durch längere Integration in den Arbeitsprozess; trotz Arztkontrolle durch eigene Verantwortung für die Gesundheit, damit steht man länger für den Arbeitsprozess zur Verfügung; in der Zivilgesellschaft spielt damit die ökonomische Verwertbarkeit der älteren Menschen eine Rolle.

Nicht erwähnt werden im Bericht die sozialen Unterschiede – alle sind reich und gesund und aktiv? - oder die Veränderungen in unserer Lebensweise: Die Oma nimmt Enkelzeit, zur Rentenaufbesserung leisten viele Bundesfreiwilligendienst. Und  im 7. Bericht  soll der Erwartung  Ausdruck gegeben werden, dass die Seniorinnen und Senioren sich in der Kommune in der Pflicht sehen, der Gesellschaft etwas zurückzugeben.

Sie haben doch sooo viele, viele Jahre profitiert, meint man damit sicherlich, oder???

Von mehreren Teilnehmern wurde ein fehlendes Seniorenmitwirkungsgesetz angesprochen. Drei Versuche sind inzwischen gescheitert, obwohl es mit der SPD vorgeschlagen wurde. Es ist wichtig, dass Forderungen an die Landesregierung von Senioren kommen, denn sie sind in der Mehrzahl. Die Rahmenbedingungen brächten die Möglichkeit der aktiven Einflussnahme der Alten im Staat. Außerdem könnten die unterschiedlichen Strukturen im Land berück-sichtigt werden; was in Thüringen oder Berlin möglich ist, sollte in Sachsen scheitern?

An der Podiumsdiskussion beteiligte sich auch Nick Kloß, ein Student aus der Magdeburger Gegend. Sein Fazit:

Eine Zusammenarbeit von jung und alt steht im Mittelpunkt. Gegenseitiges Verstehen muss erreicht werden. Die größte Hürde sei das Aufeinander zugehen, aber auch die Senioren müssen bemüht sein, die Jungen zu verstehen, beide Gruppen brauchen Mut zum Fragen, zum Erklärungen.

Kategorien: Glauchau, Crimmitschau, Hohenstein-Ernstthal, Junge Linke Zwickau, Lichtenstein, Landespolitik, Limbach-Oberfrohna, Meerane, Oberland, Oberlungwitz

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