01. Juli 2016 politiKkontor

Ausstellung „Häusliche Gewalt – hinter verschlossenen Türen“ – weitere Stationen

v.r.n.l.: Dr. Cornelia Ernst, Sarah Buddeberg, Petra Mrasek und Susanna Karawanskij

Nachdem die Ausstellung in Limbach-Oberfrohna, Wildenfels, Wilkau-Haßlau und auf dem Schumannplatz in Zwickau zu sehen war und sie einen Zwischenstopp auf dem Bundesparteitag der LINKEn in Magdeburg einlegte, hatten Einwohner und Gäste der Stadt Zwickau die Gelegenheit, die Ausstellung vom 30. Mai bis 7. Juni im Zwickauer Rathaus zu besuchen. Ulrike Lehmann, die Gleichstellungs-, Frauen- und Ausländerbeauftragte der Stadt Zwickau, hatte die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernommen. In ihrer Eröffnungsrede machte sie deutlich, wie wichtig das Thema ist und dass jeder in seinem Umfeld Frauen kennt, die von Gewalt betroffen waren oder sind. Diese mit ihrer Situation, ihren Ängsten und Sorgen nicht allein zu lassen, ist unser aller Aufgabe. Wie wichtig das ist, konnte ich nochmals anhand einiger Beispiele aus meiner früheren Tätigkeit unterstreichen. Als Verfahrens- und Prozessvertreter konnte ich Opfer von Gewalt und sexuellen Missbrauchs bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche unterstützen. Für Außenstehende ist es oft kaum vorstellbar, welche Traumata die Erlebnisse hinterlassen können. Wir alle sind gefordert, Gewalt gegen Frauen und Kinder einerseits zu ächten und Betroffenen zu helfen und andererseits auch den Tätern Hilfsmöglichkeiten aufzuzeigen, ihre Aggressionen in den Griff zu bekommen.

Lichtenstein war dann die vorletzte Station der Ausstellung im Landkreis Zwickau. Hier im Einkaufszentrum Friedrich-Ludwig-Jahn-Str./Rudolf-Breitscheid-Str. hatten die Bürgerinnen und Bürger zwei Tage die Gelegenheit, sich über die Ausstellung und Hintergründe zu informieren. Viele interessante Gespräche zeigten auch hier, wie wichtig es ist, das Thema ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.

Zum Abschluss der Ausstellungstour im Landkreis Zwickau fand eine Podiumsdiskussion mit Dr. Cornelia Ernst (MEUP), Sarah Buddeberg (MdL), Petra Mrasek (Vorsitzende des Wildwasser ZWICKAUer Land e. V.) und Moderatorin Susanna Karawanskij im Gemeindesaal der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde Kirchberg statt. In der Diskussion machte Pfarrer Hecker deutlich, dass die Ehe im christlichen Glauben einen besonderen Stellenwert hat und besonderen Schutz genießt. Dennoch, so machte er deutlich, habe auch er schon Paaren zur Trennung geraten nämlich dann, wenn die Würde des Menschen in der Partnerschaft auf der Strecke geblieben ist. Darüber hinaus wies er berechtigterweise darauf hin, dass Gewalt gegen Frauen nur ein Aspekt von Gewalt im häuslichen Umfeld ist. Seine Anregung thematisch auch zukünftig gemeinsame Veranstaltungen zu ausgewählten Themen zu gestalten, werden wir gern aufgreifen und danken zunächst für die Gastfreundschaft zu diesem Thema und Podiumsdiskussion.

Herzlichen Dank an dieser Stelle auch den Helferinnen und Helfern  vor Ort, ohne deren Engagement die Präsenz so nicht durchführbar gewesen wäre. Herzlichen Dank auch an Frau Ulrike Lehmann, die mit ihrer Schirmherrschaft wesentlich zur öffentlichen Beachtung gerade auch in den regionalen Medien beigetragen hat.

Kategorien: Oberland

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