21. April 2016 Karin Kämpf, Hohenstein-Ernsttal

Der Ortsverband der Partei DIE LINKE Hohenstein-Ernstthal lud zur ersten Gesamtmitgliederversammlung im Jahr 2016 ein.

Thema: Hohenstein- Ernstthal und seine Asylbewerber/Flüchtlinge

Ca.30 Mitglieder des OV und interessierte Bürger haben sich zu einer Diskussionsrunde mit Gästen getroffen, welche aus erster Hand über die o.g. Problematik  und  ganz persönlich von ihren Erlebnisse und Erfahrungen  sprechen konnten.

Die geladenen Gäste waren Herr Rada, Leiter des „Wohnprojektes Asyl“ des Diakoniewerkes Westsachsen; der dort angestellte Dolmetscher, Herr Mostafa Abdelnaim und 2 betroffene Asylbewerber.

Genosse Traumüller, der mit seiner Frau 2 Flüchtlingsfamilien ehrenamtlich  betreut, leitete die Veranstaltung.

Herr Rada schilderte die Situation in der Stadt: In Hohenstein-Ernstthal, Oberlungwitz und Gersdorf  werden gegenwärtig 179 Flüchtlinge durch das Diakoniewerk betreut, darunter sind 46 Kinder. Am 11. November 2015 begann das Projekt in den Städten und er schätzte ein, das es seit dieser Zeit keine nennenswerten Vorfälle gab. Im Gegenteil, die meisten Bürger kommen den Menschen mit Freundlichkeit und mit viel Hilfsbereitschaft entgegen; die Situation ist weitestgehend entspannt, sagte Herr Rada.

Interessant und bewegend waren die Aussagen der beiden anwesenden Asybewerber. Sie schilderten uns ihr Schicksal – die Flucht übers Wasser und über die Balkanroute. Eine bessere „Lehrstunde“ konnte uns nicht gegeben werden. Immer wieder kam ihre Dankbarkeit über die Aufnahme in Deutschland und speziell in unseren Städten zum Ausdruck.

Ich kann die Atmosphäre, die bei den Ausführungen im Raum herrschte nicht mit Worten wiedergeben, es ging uns allen ziemlich nah.

Es wurde uns bewusst, dass wir nicht nachlassen dürfen, den Aufenthalt und die Integration der Flüchtlinge aktiv zu begleiten und zu unterstützen. Ilona Traumüller schilderte praktische Beispiele, die sie mit ihren 2 Betreuungsfamilien, zu denen 5 Kinder gehören, erlebte und regte an, dass es eine dankbare Aufgabe auch für Anwesende sein könnte. Helfer werden immer noch gebraucht. 

Die anschließende Fragestunde nutzten die Teilnehmer der Veranstaltung um weitere Details zu Finanzen, Unterstützung und den weiteren Werdegang nach Erhalt der Aufenthaltserlaubnis  oder Ablehnung zu erfahren.

Die Mitglieder und Sympathisanten schätzen im Gespräch ein, dass diese Veranstaltung einen großen informativen Wert hatte und uns ausreichend Fakten für das Gespräch mit Bürgern und  in den eigenen Reihen lieferte.

Kategorien: Hohenstein-Ernstthal

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