23. April 2016

Die diesjährigen Tage für Demokratie und Toleranz sind eröffnet

Matthias Bley und Rene Hahn aus dem Koordinierungsbüro des Bündnisses bei der Eröffnungsveranstaltung

„Mitmenschlichkeit ist im 14. Jahr der Demokratietage von besonderer Brisanz“, so Schirmherrin und Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau Pia Findeiß. Und Landrat Christoph Scheurer machte deutlich, dass wir alles in unseren Möglichkeiten stehende tun müssen, um aus der aktuell vorherrschenden Schreikultur wieder eine Streit- und Diskussionskultur zu machen. „Ein offenes Deutschland ist eines, das offen ist für all jene, die zu uns kommen und das bereit ist sie aufzunehmen und anzunehmen, was sie mitbringen“, so Scheurer, ebenfalls Schirmherr der Demokratietage, weiter. Damit machten beide auf eine zentrale Herausforderung unserer Zeit aufmerksam: Wie gelingt uns die Integration der ankommenden Geflüchteten ohne dabei die Sorgen der bereits hier Lebenden zu vergessen. Die zweite Herausforderung unserer Zeit stand im Mittelpunkt des Vortrages von Prof. Dr. Hajo Funke von der Universität Berlin und ist nicht wirklich von der ersten zu trennen. „Droht eine Spaltung der Gesellschaft?“ lautete sein Thema. Er betonte, dass einerseits eine Differenzierung nötig sei und andererseits die Bereitschaft zu Empathie, Verständnis und Zuhören als die Voraussetzung für unser Zusammenleben. Wer mit Zuwendung aufgewachsen sei, so Funke, der sei fast immun gegen Ethnonationalismus. Ganz klar betonte er, dass die Menschwürde für alle gelte und man dem Hass mit einer klaren Linie für Mitmenschlichkeit und Integration begegnen müsse. Die AfD hält Funke für eine sehr gefährliche Partei. Darum brauche es einer Offensive zur Verteidigung der Menschenwürde und der Freiheit unserer Demokratie, einer Offensive zur Verteidigung unseres Rechtsstaates. Dazu gehöre aber auch, mit der Verunsicherung am Rande von Pegida umzugehen und die Mitläufer für die Demokratie zurückzugewinnen. Es sei wichtig, sagte Funke, dass wir die realen Ängste vor sozialem Abstieg, die ohne Sündenböcke und Hass auskommen, ernst nehmen.  Das sei jedoch nicht zu verwechseln mit der Angstmache der Hetzer wie Bachmann, Höcke und anderen.

Die diesjährigen Tage der Demokratie und Toleranz bieten mit vielfältigen Themen und Diskussionsangeboten viel Raum miteinander ins Gespräch zu kommen und dabei auch Streitkultur zu üben. Der Austausch auch und gerade über Parteigrenzen hinaus, ist wichtig und wesentlicher Bestandteil unserer Demokratie. Insofern wünsche ich den zahlreichen Veranstaltungen insgesamt viel Erfolg und rege Debatten. Und erinnere  an die beiden Veranstaltungen meines politiKKontors am 28. April „Sächsische Zustände. Pegida & CO.“ um 18 Uhr im Haus der Begegnung, Marienthaler Str. 164 B in Zwickau und am 29. April um 17 Uhr „Weg mit den Barrieren“ um 17 Uhr im politiKKontor, Bahnhofstraße 5 in Kirchberg.

Kategorien: Crimmitschau, Glauchau, Hohenstein-Ernstthal, Junge Linke Zwickau, Lichtenstein, Limbach-Oberfrohna, Meerane, Oberland, Oberlungwitz, Werdau

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