08. Mai 2014 Simone Hock

Gedenken am 8. Mai auch in Limbach-Oberfrohna

Auch in Limbach-Oberfrohna kamen am Tag der Befreiung Menschen zusammen, um derer zu gedenken, die im Kampf gegen den Faschismus ihr Leben ließen. An der Kranzniederlegung nahmen Vertreter des „Bunten Bürgerforums“, der Präventionsbeauftragte der Stadtverwaltung Herr Oberschelp, auch Pfarrer Vögler, Vertreter Der SPD und natürlich der Linken teil. An der Veranstaltung nahm aber auch ein  85jähriger Limbacher teil, der mit 6 Jahren ins KZ verschleppt wurde. (Auf dem Foto mit Rollator). In ihrer Rede sagte die stellvertretende Ortsvorsitzende der LINKEN in Limbach-Oberfrohna, Kerstin Brandt:

 

"Der Tag der Befreiung ist für DIE LINKE ein Tag des ehrenden Gedenkens an die Opfer rassistischer und politischer Verfolgung und an den antifaschistischen Widerstand. Der 8. Mai 1945 markiert den entscheidenden Sieg über faschistische Barbarei und Krieg. Er beendete das millionenfache Morden der Nazis. Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen, schwor damals die Mehrheit der deutschen Bevölkerung.

Wer heute Waffen einsetzen will, um deutsche Interessen in der Welt durchzusetzen, ignoriert die Lehren des 2. Weltkrieges.            

Für DIE LINKE gilt: Niemals ist Krieg ein Mittel zur Lösung von Konflikten. Deshalb müssen alle deutsche Soldaten sofort weltweit aus den Kriegsgebieten abgezogen werden. DIE LINKE streitet konsequent für Frieden und Demokratie.

In Angesicht der realen Kriegsgefahr in der Ukraine, appellieren wir an die Bundesregierung, die NATO, Russland und die Ukraine zur Deeskalation beizutragen. Mit Truppen im Grenzgebiet kann keine Ruhe in der Ukraine einkehren und mit Faschisten in der Übergangsregierung wird die Bevölkerung in der Ukraine diese Regierung nicht akzeptieren. Das Erstarken rechtsextremer und antisemischer Kräfte in Deutschland und in Europa erfüllt uns mit Sorge. Deshalb müssen alle demokratischen und antifaschistischen Kräfte das höchste Gut - Leben in Frieden und Demokratie - energisch verteidigen. DIE LINKE fordert das NPD-Verbot.

Eine einzigartige globale Bedrohung von Liberalität, Humanität und Demokratie wurde am 8. Mai vor 69 Jahren beendet. Wenn aber heute wieder Nazis in Parlamenten sitzen, auch in Limbach-Oberfrohna, ist das ein erneuter Angriff auf diese Werte. Wir bleiben dabei, der NPD und sogenannten freien Kameradschaften müssen Grenzen gezeigt werden. Entscheidend bleibt, dass über Parteigrenzen hinweg alle demokratischen Parteien koordiniert gegen die Nazis vorgehen, genauso wie eine starke Zivilgesellschaft.

In Limbach-Oberfrohna ist diese Gefahr, die von rechtsextremen Gruppierungen ausgeht immer noch sehr real, wie die Übergriffe in den letzten Jahren gezeigt haben und mit dem Brandanschlag auf das Vereinshaus des Vereins Soziale und politische Bildung e.V. ihren Höhepunkt hatten. Seitdem hat auch in der Stadtverwaltung ein Umdenken eingesetzt. Im Netzwerk des guten Willens wird versucht, durch Veranstaltungen und andere Aktivitäten vor allem Jugendliche zur Auseinandersetzung mit der Zeit des Faschismus zu bewegen, damit das neonazistische Gedankengut, dass bei vielen Jugendlichen schon verankert ist, verschwindet. Gerade deshalb ist es wichtig, dass solche Tage, wie der Tag der Befreiung zu Gedenkveranstaltungen genutzt werden. Genauso wichtig ist, es die Denkmale zu erhalten und zu pflegen. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte der Denkmale wäre auch eine Aufgabe für Schulprojekte und die Möglichkeit der aktiven Auseinandersetzung mit dem Faschismus. Aus diesem Grund haben wir auch von Anfang an die vom „Bunten Bürgerforum in Person von Dr. Klepper und Frau Grobe initiierte Aktion der Verlegung von Stolpersteinen für gut geheißen. Es ist eine Schande, dass der Antrag der beiden sich schön gejährt hat, aber nun sind wohl alle Weichen für die Aktion gestellt und der Stadtrat wird am 02.06.14 darüber entscheiden.

Auf uns, DIE LINKE  können die Antifaschistinnen und Antifaschisten zählen, ob auf Antifa-Demos oder in Bündnissen gegen Rechts. Antifaschismus und Antimilitarismus sind und bleiben für DIE LINKE Wurzel und Aufgabe unseres politischen Handelns. Mit unserem Kampf gegen rechtes, also rassistisches, antisemitisches, menschenfeindliches Denken und Handeln und für eine friedliche Welt, in der von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgeht, wollen wir unserer Verantwortung gerecht werden, die aus dem Gedenken an den Tag der Befreiung, an den Tag des Sieges über den Nationalsozialismus folgt."

 

 

Kategorien: Limbach-Oberfrohna

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