25. August 2015

Infostand in Kirchberg – Aber es sind doch gar keine Wahlen?

Richtig, es stehen aktuell keine Wahlen ins Haus. Trotzdem ist DIE LINKE aktuell im Zwickauer Oberland mit Infoständen unterwegs und steht so als Ansprechpartner zur Verfügung. Gesprächsthemen gibt es genug, etwa die Kampagne der LINKEn „Das muss drin sein!“, in der es zum Beispiel gegen Leiharbeit geht. Hier konnten wir auch einige Unterschriften sammeln. Wer sich beteiligen möchte, kann dies bei den kommenden Infoständen im Oberland (siehe Terminleiste) gern tun.

Ein Thema tauchte freilich immer wieder auf. Flüchtlinge, ihre Unterbringung und Versorgung und ihre Integration. Da wurde deutliches Unverständnis darüber geäußert, dass es immer sehr kurzfristig heißt, hier müsst ihr so und so viele unterbringen und die Einwohner werden nicht mitgenommen, nicht vorher informiert und alles geht von jetzt auf gleich. Eine berechtigte Kritik, die jedoch an die Verantwortlichen in der Staatsregierung zu richten ist.

Und dann kam die Frage, wie wir sie aus unzähligen Kommentaren unter Presseberichten und in den sozialen Netzwerken kennen. Die Frage danach, warum Flüchtlinge Smartphones haben und schicke, teils Markenklamotten tragen. Doch hier, und das hat mich positiv berührt, kam die Frage nicht als Vorwurf und Unterstellung sondern sie kam fragend und drückte den Wunsch nach besserem Verstehen aus. Gerne, dafür sind wir da und dafür sind wir als LINKE mit Infoständen unterwegs:

Die Menschen, die jetzt als Flüchtlinge oder Asylbewerber zu uns kommen, hatten in ihren Herkunftsländern mal ein Leben, eine gesicherte Existenz, Berufe, vielleicht ein Haus. All das wurde durch Krieg und Terror zerstört und sie konnten nur ihr Leben retten und auf der Flucht nur  ganz wenige Dinge mitnehmen, gerade das, was sie tragen konnten. Ein Handy/Smartphone passt in die Hosentasche, ist leicht zu transportieren und es ist die einzige Verbindung zu Freunden, Angehörigen und Nachbarn, die noch unterwegs sind oder keine Möglichkeit zur Flucht haben. Smartphones sind für diese Menschen kein Luxus und auch kein Statussymbol wie für viele der hier lebenden Menschen. Und auch die Frage nach den schicken Klamotten oder gar Markenklamotten, die viele Flüchtlinge hier tragen, ist einfach zu beantworten. Es gibt unzählige Menschen, die diesen geflüchteten Menschen helfen wollen – teils direkt mit Angeboten oder Sprachkursen usw. oder eben durch Spenden. Die Kleidung, die Flüchtlinge hier tragen, sind gespendete Sachen. Dinge, die andere entbehren können. Und ich bin sehr froh, dass es in unserem Land so viele Menschen gibt, die den Neuankömmlingen Sachen spenden und versuchen so gut sie können zu helfen, dass sie hier zur Ruhe kommen können. All diesen Helfenden herzlichen Dank. Und herzlichen Dank auch an die Fragenden heute an unserem Infostand. Wer fragt und dabei offen ist für die Fakten, wird auf die Parolen und Hetzereien der Rassisten und Neonazis nicht so schnell reinfallen. Wer fragt und offen ist für die Fakten, wird den Neuankömmlingen mit mehr Empathie begegnen und letztlich auch bereit sein, zu verstehen und zu helfen. Schönster Satz am Ende eines solchen Gespräches heute: „Danke. Jetzt verstehe ich das mit den Smartphones und den Markenklamotten. Wir spenden ja auch nur gute Sachen und keine Lumpen. – ich wollte es ja nur wissen.“ Nun, ich sage Danke. Danke fürs Fragen und Zuhören!

Kategorien: Oberland

Kommentare

Keine Kommentare zu diesem Beitrag