15. März 2016

Ohne Gleichstellung kein Fortschritt

Kreisvorsitzender Sandro Tröger (rechts) mit seinem Stellvertreter Thomas Koutzky

Anlässlich des diesjährigen Internationalen Frauentages gratulierten unser Kreisvorsitzender, Sandro Tröger, und sein Stellvertreter, Thomas Koutzky, unseren Marienthaler Frauen zu ihrem Ehrentag, der unter dem Motto stand: Ohne Gleichstellung kein Fortschritt! Bei dieser These handelt es sich um „die wuchtigste Demonstration für die Gleichberechtigung der Frau, die die Welt bis jetzt gesehen hat“ schrieb Clara Zetkin 1911. Die Frauenrechtlerin hatte so vor 105 Jahren den Stein für den internationalen Frauentag ins Rollen gebracht. 

 

Noch vor wenigen Jahren wurde der Internationale Frauentag in der alten BRD weitestgehend negiert und dafür der Muttertag – mit dem die Frau auf das traditionelle Rollenbild als Mutter reduziert wird – begangen. Und diese Umfunktionierung des Internationalen Frauentages  zur gleichstellungspolitischen Beruhigungspille wollen wir nicht hinnehmen.

Und dennoch ist bei uns – gemessen an unserer Zivilisationsstufe – die Liste der Defizite lang: Noch immer sind Frauen in den Chefetagen Einzelerscheinungen, noch immer ist das wichtigste Kriterium für berufliches Vorankommen von Frauen, besser als ein Mann zu sein, noch immer verdienen Frauen in gleicher Tätigkeit bis zu einem Drittel weniger als Männer, noch immer schränken Staat und Kirche die selbstbestimmten Entscheidungsrechte der Frauen hinsichtlich einer Schwangerschaft ein, noch immer haben Mädchen zwar die besseren Schulzensuren in Mathematik, Physik und Chemie, aber die meisten Lehrherren bevorzugen in den Berufen, wo diese Kenntnisse besonders wichtig sind, männliche Jugendliche. Und nach wie vor leben wir in einer Welt des alltäglichen Sexismus, werden sexuelle Übergriffe – wie die aktuelle Debatte zeigt – als Normalität und Spaß abgetan.

Und nach wie vor haben vor allem Frauen alle Belastungen zu tragen, wenn sie Mutterschaft und Familie mit beruflichem Fortkommen vereinbaren wollen.

Viele fortschrittliche Frauen der BRD sind vor 26 Jahren in den Vereinigungsprozess DDR - BRD in der Hoffnung gegangen:  Jetzt bekommen wir gleichen Lohn für gleiche Arbeit, jetzt wird es Kinderkrippen und Kindergärten geben, spezielle Qualifizierungskurse für Frauen, das selbstbestimmte Recht der Frau, über sich selbst zu entscheiden - ganz so wie es im Osten üblich ist, war ihre Hoffnung. Und sie wurden abgrundtief enttäuscht, als stattdessen die Ostfrauen das frauenpolitische Mittelalter der alten Bundesrepublik übergestülpt bekamen, gegen das wir noch immer ankämpfen müssen und das vor allem von einem Syndikat aus konservativer Politik und der katholischen Kirche immer wieder vitalisiert wird. Lasst uns deshalb kämpfen und den Satz von Clara Zetkin nicht vergessen: Ohne Gleichstellung kein Fortschritt

Kategorien: Zwickau

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