17. März 2016 Horst Wehner, MdL

Opferschutz zur Pflichtaufgabe

Foto: Sandro Tröger

Am 10. März 2016 führte mein politikkontor im Zwickauer Cafe mit Herz“ eine interessante und äußerst Veranstaltung durch. Das Thema:  „Gewalt gegen Frauen“. Als Gäste durfte ich Petra Mrasek, Vorsitzende des Vereins Wildwasser ZWICKAUer Land e. V. und Sarah Buddeberg, stellvertretende Vorsitzende  und Sprecherin für Gleichstellungs- und Queerpolitik der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag begrüßen. In der sehr angeregten Diskussion zeigte sich schnell, dass Gewalt gegen Frauen viel verbreiteter ist, als man denkt und sich vorstellen kann und will. Es gilt, so das große Fazit, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, damit Freunde, Nachbarn, Angehörige und Kollegen nicht wegschauen und von häuslicher Gewalt Betroffene Hilfe bekommen, sich aus dieser Lebenssituation zu befreien. Deutlich wurde auch, dass häusliche Gewalt mehr ist als Schläge. Hierzu gehören ebenso Demütigungen, sexualisierte Gewalt bis hin zu Vergewaltigung, soziale Isolation und wirtschaftliche Abhängigkeit. Betroffen sind meist Frauen – jede vierte Frau in Deutschland war oder ist Opfer häuslicher Gewalt, weshalb es legitim ist die Frau hier in den Mittelpunkt zu stellen, so Sarah Buddeberg – dennoch darf nicht vergessen werden, dass auch Männer Opfer häuslicher Gewalt sein können.

Petra Mrasek gab einen Überblick über Hilfemöglichkeiten, die ihr Verein geben kann. Einiges habe sich in den letzten Jahren bereits zum Positiven verändert, etwa die Möglichkeit, den Täter des Hauses/der Wohnung zu verweisen. „Wer schlägt, geht!“ ist das Motto und bedeutet eine Erleichterung für die betroffenen Frauen und auch Kinder. Dennoch ist es nicht immer einfach, sich aus der Situation häuslicher Gewalt zu lösen, insbesondere wenn gemeinsame Kredite  vorhanden und auch eine Lösung bezüglich des Sorgerechts zu finden sind. Wesentliches Problem, mit dem der Verein immer wieder zu kämpfen hat, ist die Sicherstellung der Finanzierung der vielfältigen Aufgaben. Hier ist man auf die Fördermittel des Landkreises angewiesen, wobei man für jede Aufgabe 10 Prozent der erforderlichen Mittel selber aufbringen muss. Dieser Eigenanteil ist eine große Hürde. Noch schlimmer ist jedoch die Unsicherheit, ob im nächsten Jahr die Förderung durch den Landkreis überhaupt erfolgt, denn die Förderung von Einrichtungen des Opferschutzes ist eine freiwillige Aufgabe der Landkreise. Ein Unding, so die einhellige Meinung der Anwesenden. Daher wird DIE LINKE nicht nur eine bessere Finanzausstattung für Einrichtungen des Opferschutzes und ihre Träger fordern sondern auch Anerkennung dieser Aufgabe als Pflichtaufgabe der Kommunen. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass Angebote des Opferschutzes tatsächlich auch bedarfsgerecht vorgehalten werden können.

Am Ende der Veranstaltung konnten wir noch einen Scheck über 300 Euro des Spendenvereins der Fraktion DI ELINKE im Sächsischen Landtag an Petra Mrasek überreichen als kleine finanzielle Unterstützung der Arbeit ihres Vereins Wildwasser ZWICKAUer Land e. V.

Kategorien: Oberland, Zwickau

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