23. April 2015 Ronald Wandel, Stadtrat

Refugees welcome

Obwohl Deutschland nur über die Ostsee und die Nordsee vielleicht als erstes Land in Europa von Menschen auf der Flucht erreicht werden kann, ist es eine menschliche Verantwortung zu helfen. Und dabei alle Möglichkeiten und unterschiedliche Voraussetzungen zu nutzen. Dafür steht in Oberlungwitz das Gebäude, das ehemals - nach der Wende - ein längst nicht mehr vorhandenes Amt für Ländliche Neuordnung beherbergte. Davor war es eine Gemeinschaftsunterkunft diverser Nutzung. Also gerade geschaffen, um 150 Menschen auf der Flucht aufzunehmen. Diese Zahl hatte sich leider aus der landkreisverordneten Einteilung in fünf Sozialbereiche prozentual aus der  geschätzten Gesamtzahl der für das Jahr erwarteten Menschen ergeben.

Den scheinbar sachlichen Ängsten und Fragen

– allein reisende Männer, - woher kommen die, - sind das tatsächliche Kriegsflüchtlinge, - wollen die nicht nur von unseren Steuergeldern leben, mit dem Geld könne besseres angefangen werden,- warum so viele nach Oberlungwitz, - was geschieht mit unseren Frauen und Kindern, - warum wurde die Bevölkerung nicht gefragt, - verliert damit mein gegenüber liegendes Grundstück nicht an Wert, wer ersetzt mir diesen, - wieso können die Bürgermeister die Angelegenheit allein aushandeln u.a. gingen auch Stadträte auf den Leim, indem gesagt wurde, 40 seien der Einwohnerzahl angemessen und dezentrale Unterbringung sei die bessere. Letzteres stimmt natürlich. Allein dazu bedarf es wiederum der entsprechenden Bereitschaft und der Möglichkeiten.Hohenstein-Ernstthal, Gersdorf und Ursprung sollten genauso in die Verantwortung genommen werden, so die Forderung an den Landkreis.

Der vermutete Etappensieg bleibt zum Zeitpunkt allerdings aus. Bürger begehren ein Begehren und nazistische Schmierereien finden sich  an dem Gebäude. Es wird nicht leicht zu schaffen sein, in der Stadt eine Willkommenskultur zu entwickeln. Gelingen muss es dennoch!

 

Es fand am 1. April 2015 in der Oberlungwitzer Kirche St. Martin eine Informationsveranstaltung zur Aufnahme von Flüchtlingen statt, die mehr Fragen als Antworten bieten konnte. 

Ausgehend davon,

dass eine besonnene Mehrheit der Oberlungwitzer Bürger Menschen auf der Flucht Hilfe angedeihen lassen möchte, die unabhängig von Alter, Geschlecht, Religionszugehörigkeit, Nationalität und rechnerischer Größe gewährt werden muss,

dass es berechtigte Sorgen und gar Ängste gibt, diesbezüglich eine besondere Herausforderung durch zentrale Unterbringung annehmen zu können,

dass es nicht zugelassen werden darf, die schwächsten Glieder in Haftung für das offensichtlich wiederkehrende Versagen der Politik zu nehmen,

dass es möglich ist, durch gemeinsames Handeln Einfluss auf die gewollte Willkommenskultur zu nehmen und diese zu gestalten,  ist es notwendig, einen Zusammenschluss engagierter Bürger „Willkommen in Oberlungwitz“ zu gründen.   

Die Mitarbeit wird angeboten:

  • Stadträten und Bürgermeister
  • Vertreter der Ausländerbehörde
  • Vertreter des Landkreises
  • Vertretern von Vereinen und Verbänden
  • Vertretern von Sicherheitsorganen
  • Vertretern von Schulen und Kindertagesstätten
  • Vertretern medizinischer Einrichtungen
  • Vertretern kirchlicher Einrichtungen
  • Erfahrungsträgern von Aufnahmeeinrichtungen
  • Anwohnern

Um den Anspruch an bewusstes Mittun erfüllen zu können, ist es erforderlich,dieses Gremium in alle Belange von Unterbringung, Versorgung, Betreuung, Bildung, und Besonderheiten der Menschen auf der Flucht rechtzeitig und umfassend einzubeziehen.Diese nunmehr umfassende Information gestattet es, Verantwortung gegenüber allen Bürgern wahrzunehmen und die warmherzige Hilfe für Fremde mit den Möglichkeiten der Oberlungwitzer Bürger wahr werden zu lassen.  Auch wenn wir dadurch die in der Welt herrschenden Gründe für die Flucht von Menschen nicht sofort beseitigen können, gelingt das vielleicht mit der Hilfe der Menschen, die eines Tages wieder in ihre Heimat zurückkehren können und Oberlungwitz in guter Erinnerung halten.

Wir bitten die Stadträte, unser Anliegen zu unterstützen, und die Stadtverwaltung Oberlungwitz in Person von Herrn Schubert als Bürgermeister, eine koordinierende Funktion zu übernehmen und einen Termin für die Einberufung eines solchen Gremiums schnellstmöglich festzulegen.  

Beraten in der Fraktion und im Ortsverband habe ich den Fraktionsvorsitzenden und dem Bürgermeister diesen Vorschlag unterbreitet.

Kategorien: Oberlungwitz

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