20. Februar 2015

Schwesigs Vorschläge greifen zu kurz

"Dass Manuela Schwesig dafür sorgen will, dass weniger Alleinerziehende in Armut leben müssen, ist begrüßenswert, allerdings lässt sie dabei vollkommen außer Acht, dass der steuerliche Entlastungsbetrag bei Alleinerziehenden mit einem Kind erst ab einem monatlichen Einkommen von 1.407 Euro wirkt. Somit profitiert von der Erhöhung nur eine kleine Gruppe von Alleinerziehenden", erklärt Jörn Wunderlich, familienpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, mit Blick auf die Vorschläge der Bundesfamilienministern. Der gestern veröffentlichte Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands hat gezeigt, dass Alleinerziehende am meisten von Armut betroffen sind. Der familienpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE weiter:

"Erwerbstätig sind 60 Prozent der Alleinerziehenden, davon arbeiten nur 42 Prozent in Vollzeit. Die Maßnahme greift also zu kurz. Überdies würde die beabsichtigte Erhöhung des steuerlichen Entlastungsbetrags für Alleinerziehende mit einem Kind nur so wenig zusätzliches Einkommen bringen, dass es noch nicht einmal für einen Kinobesuch ausreicht. Alleinerziehenden muss anders geholfen werden, z.B. mit einer Reform des Kinderzuschlages, Anhebung des Kindergeldes und einer deutlich verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf."

Kategorien: Sozialpolitik

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