25. März 2015 Stefan Hartmann

Spannende und freimütige Debatten auf sächsischer Strategiekonferenz

Foto: Stefan Hartmann

Kurzinformation von Stefan Hartmann

Zur Strategiekonferenz des Landesverbandes Sachsen am 21.3. trafen sich über 60 Genossinnen und Genossen in Dresden, um sich über den bisherigen Debattenstand auszutauschen. Nach einem einführenden Referat des Landes- und Fraktionsvorsitzenden Rico Gebhardt zu Grundfragen linker Politik in den vor uns liegenden Jahren sprach mit Prof. Uwe Hirschfeld der Hauptredner der Beratung. Sein Vortrag knüpfte am Konzept des „Alltagsverstandes“ von Antonio Gramsci an: „Charakteristisch für den Alltagsverstand ist das Denken in „Abteilungen“, seine Inkohärenz, sein Nicht-Zusammenhang. Der Alltagsverstand ist dabei nicht einfach zufällig, sondern durchaus funktional, um sich in einer widersprüchlichen Welt zu bewegen und die unterschiedlichen Herausforderungen zu bewältigen. Damit überwindet Gramsci die verhängnisvollen Vorstellungen eines „falschen Bewusstseins“. Statt nach „falschen“ oder „richtigen“ / „wahren“ Inhalten zu suchen, liegt der Fokus der Betrachtung nun auf der Leistung des Alltagsverstandes: seine Inhalte werden als Momente der Vergesellschaftung verstanden.“ Ausgehend davon beschrieb Prof. Hirschfeld ein grundlegendes Problem linken Denkens: „Linke Politik, wenn sie aufs Ganze geht, stellt die gewohnten Routinen des Denkens infrage ohne eine neue Sicherheit bieten zu können. Das Bestehende mag zwar schlecht sein, aber es ist immerhin da und man kann damit umgehen, man hat sich eingerichtet. Das ist eine andere Sicherheit, als die der „Luftgebilde“ einer anderen Gesellschaft, die noch in weiter Ferne liegt, sie bieten könnte.“ Im Ergebnis plädierte Hirschfeld für eine „Politik des Kulturellen“, welche das parlamentarische Handeln zwingend ergänzen muss. Das Referat ist auf der Internetseite der sächsischen LINKEN nachzulesen.

Von den beiden Referaten ausgehend wurde in der Debatte freimütig diskutiert, Probleme und Perspektiven linker Politik in Sachsen im Anschluss daran in fünf Arbeitsgruppen erörtert. Nach der Zukunftswoche der LINKEN Ende April im Berlin wird eine zweite sächsische Strategiekonferenz auch deren Ergebnisse in unsere Debatte einbeziehen und damit dem Landesparteitag im Herbst eine gute Grundlage geben.

Darüber wie gewohnt auch in den Ortsverbänden zu diskutieren ist selbstverständlich möglich, kompetente ReferentInnen sind über eine Anfrage an die Landesgeschäftsstelle zu bekommen.

Kategorien: Landespolitik

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