20. November 2013 Christine Winkler

Volkstrauertag am 17. November

An die zwanzig Teilnehmer waren gekommen, unter den Bürgerinnen und Bürgern der neue und der alte Bürgermeister, Stadtverordnete, Verwaltungsmitarbeiter, Vertreter von SPD und Kirche, ich allein von der Linkspartei. 

Auch bei uns wurde am Denkmal, das ein trauerndes Elternpaar zeigt, der fast 500 Toten von Hoh.-Er. und aller Opfer von Krieg und Gewalt gedacht.

Unser neuer,  junger Bürgermeister verwies zu Beginn darauf, das er und seine kleine Tochter sowie alle jungen Familien nicht mehr nachvollziehen können, was Krieg bedeutet, dass dies immer so bleiben soll, und dass das sein sehnlichster Wunsch sei. 

Er übergab unserem Stadtchronisten das Wort zu weiteren Gedanken: Er verwies darauf, dass wir keine Helden ehren wollen. Sehr emotional blickte er zurück bis zur Völkerschlacht bei Leipzig: Sogar bei uns im Oberwald, an einem kleinen Bächlein starben französische Soldaten auf der Suche nach einem Lazarett, ebenso auf der heutigen Lutherhöhe, weil das Gefährt, das sie kurz zuvor aufgenommen hatte, sie nicht mehr rechtzeitig im Lazarett abliefern konnte, sie waren inzwischen verstorben.

Zum Schluss verwies er auf Afghanistan und fragte, wieso wir dort am Hindukusch  Deutschland verteidigen sollen.

Ich hätte mir gewünscht, er geht auf die Waffenlieferungen unseres Landes ein, auf die inzwischen unzähligen Toten in vielen, vielen Ländern unserer Erde, auch durch unsere Schuld.

Zwei Wünsche meinerseits zum Schluss: Möge der Bürgermeister Recht behalten, niemand soll erleben, was Krieg bedeutet. (Was formulierte ein deutscher Dichter? – Das Einfache, was so schwer zu machen ist.) Und 2014 beteiligen sich mehrere Linke am Gedenken.

 

 

Kategorien: Hohenstein-Ernstthal

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