06. Juli 2014 Simone Hock

Zusammensetzen statt hetzen...

u.a. mit Sandro Tröger, Horst Wehner, Simone Hock und Jörn Wunderlich

...war der Titel der Veranstaltung des Vereins „Kulturknall e. V. am Samstagabend (5. Juli 2014) in Werdau. In der Ankündigung zur Veranstaltung hieß es unter anderem; „…Angst, Unsicherheit und Bedenken sind legitim und berechtigt. Problematisch wird es an dieser Stelle, wo diese Gefühle instrumentalisiert werden und die Grundlage für verfestigte Vorurteile gegen Asylsuchende bilden. Fremdenfeindliche Ressentiments werden hier unter dem Deckmantel einer demokratischen Einforderung reproduziert und als gemeinsamer Konsens nach außen getragen. Die Unsicherheiten der Bevölkerung müssen ernst genommen werden, jedoch gehört auch die Sicht der Flüchtlinge dazu. Denn wie diese sich fühlen und was ihr Schicksal war, wird dabei vollständig ausgeblendet….“ In diesem Sinne kamen zahlreiche Menschen zusammen, um ein Zeichen gegen Intoleranz und für ein solidarisches Miteinander zu setzen. Denn keiner der Flüchtlinge, die aus Syrien und anderen Teilen der Welt bei uns Schutz und Hilfe suchen, hat das Land seiner Geburt leichtfertig und ohne triftigen Grund verlassen. Sie alle wollen Leben, dass ihre Familien nicht von Verfolgung, Krieg und Tod bedroht sind, dass sie nicht hungern müssen. Wir alle würden in ähnlichen Situationen wohl auch die Heimat verlassen um unsere Familien zu retten. Die bei uns Schutz und Hilfe suchenden Menschen haben unsere Unterstützung nötig. Oft sind es die gesetzlichen Regelungen für Flüchtlinge, die die Probleme erst verursachen oder begünstigen. Nötig wären eine bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen und vor allem ein Umschwenken in der Unterbringung. Sammelunterkünfte sind nicht nur menschenunwürdig. Sie befördern aufgrund der vielen verschiedenen Nationalitäten und Religionen auf engstem Raum auch Streitigkeiten. Diese Problemfelder können vermieden werden, wenn man die Flüchtlinge in Wohnungen, also dezentral unterbringt. Das würde auch den Kontakt mir der hiesigen Bevölkerung wesentlich erleichtern.

Absolut destruktiv hingegen sind Hetzkampagnen gegen die Flüchtlinge, die diese nur als Sozialschmarotzer und Kriminelle diskreditieren. Diese Einschätzung verkennt die Situation, in der sich die Flüchtlinge in ihrer Heimat befanden und die sie in die Ferne trieb. Und dass Transparente des „Rings Nationaler Frauen“ und der NPD bei der Veranstaltung der Bürgerinitiative mitgeführt wurden, deutet darauf hin, dass sich dort nicht nur beunruhigte Bürgerinnen und Bürger sondern auch eindeutig rechtes, ausländerfeindliches Personal versammelte und die Sorgen der Einwohner für ihre Zwecke instrumentalisierte.

An der Veranstaltung „Zusammensetzen statt hetzen“ nahmen Vertreter von SPD, Grüne, dem Bündnis für Demokratie und Toleranz Zwickau teil. Neben zahlreichen weiteren Genossinnen und Genossen wurde DIE LINKE vertreten durch die Direktkandidaten zur Landtagswahl Thomas Koutzky, Sandro Tröger, Simone Hock und Horst Wehner. Der Vizepräsident des Sächsischen Landtags: „Ich danke ausdrücklich Moritz Thielicke und Kulturknall e. V. Glauchau für die Initiative "zusammensetzen statt hetzen". Ich finde es unerträglich mit welchen Lügen gegen Menschen gehetzt wird, die in ihrer Heimat verfolgt werden, wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, politischen Gesinnung oder Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Gruppen. Asylbewerber in Deutschland brauchen bessere Lebensbedingungen und nicht Hetzte.“  Ebenfalls unter den Teilnehmern war Bundestagsabgeordneter Jörn Wunderlich. Am Rande der Veranstaltung sagte er: „Mein Dank gilt allen Teilnehmern der Gegendemo, insbesondere den Initiatoren. Gerade in der gegenwärtigen Zeit mit so vielen Kriegen, Verfolgung und daraus resultierender Flucht um des Überlebens willen ist es wichtig, dass wir das Grundrecht auf Asyl stärken und den Betroffenen Schutz und Hilfe angedeihen lassen. Und deshalb müssen sie auch hier in Deutschland vor weiterer Verfolgung geschützt werden. Refugees Welcome! Kein Platz für Rassismus!“

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